Gesellschaftsform

Bei der Verlagsgründung ist zu überlegen, in welcher Gesellschaftsform das Unternehmen geführt werden soll. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns für eine GbR entschieden, aber das setzt großes Vertrauen unter den Gesellschaftern voraus und ist sicher nicht für jeden Verlag die geeignete Form.

Wer eigene Bücher verlegt, möchte meistens nicht, dass Autorenname und Verlagsname identisch sind.

Geschäftlich mit dem Namen einer Firma aufzutreten, ist nur Kaufleuten und Gesellschaften erlaubt, die in ein Handelsregister eingetragen sind, denn dort könnte man die Verantwortlichen nachschlagen. Jeder Gewerbetreibende kann sich unabhängig vom Umsatz eintragen lassen. Die Registrierung hat zur Folge, dass außer dem BGB dann auch das HGB zu beachten ist. Gesellschaftsvertrag und Anmeldung müssen notariell beglaubigt werden. Es gilt Bilanzierungs- und Buchführungspflicht und Beitragsfreistellung bei der IHK ist nicht mehr möglich. 
Als Firma auftreten dürfen:
Eingetragener Kaufmann, OHG, UG (haftungsbeschränkt)GmbH und Limited

Gesellschaften ohne Registereintrag dürfen zwar eine Unternehmens- oder Werbebezeichnung führen, müssen im geschäftlichen Bereich aber immer Vor- und Nachnamen dazusetzen. Dafür haben sie bei Gründung und Geschäftsführung geringere Kosten und müssen weit weniger Formalitäten beachten.
Das sind: Einzelunternehmen und GbR

(Zur Verlagsbezeichnung auf Schriftstücken folgt später ein gesonderter Beitrag.)


Die Rechtsformen unterscheiden sich außerdem erheblich in den Haftungs-Bedingungen:

Personengesellschaften:
Kein Mindestkapital erforderlich – alle Gesellschafter haften mit ihrem Privatvermögen
Einzelunternehmen, Eingetragener Kaufmann, GbR, OHG

Kapitalgesellschaften:
Kapital erforderlich oder muss angespart werden, die Gesellschafter haften nur in Höhe ihrer Einlage
UG (haftungsbeschränkt) oder Mini GmbH, GmbH

Kapitalgesellschaft in einem anderen EU-Staat: 
die Gesellschafter haften in Höhe ihrer Einlagen
Limited

Genaueres zu den einzelnen Gesellschaftsformen ist unter den Punkten oben zu finden. Es sind Rechercheergebnisse auf dem Stand von 2012 und keine Rechtsberatung.
Wer es noch genauer wissen will, kann sich z. B. beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unter www.existenzgruender.de informieren.