Layout – kleiner Theorie-Ausflug

Nicht jeder, der veröffentlichen möchte, wird den Wunsch haben, ein Bilderbuch zu gestalten. Die Frage nach dem Cover stellt sich jedoch auch bei reinen Textpublikationen.  Daher  ist es nicht ganz verkehrt, sich über Wahrnehmungsmechanismen Gedanken zu machen. Diese Mechanismen werden in der Kunst, in der Werbung und sogar im Theater genutzt.

Platzierung

Hierzulande schreiben wir von links nach rechts. Das wird von früher Kindheit an eingelernt. In einer Fläche geht es oben links los und unten rechts liegt entweder das Ende oder ein Ausblick.
Grafisch bedeutet das:
jemand, der sich nach rechts bewegt, zieht (oder blickt) hinaus in die Welt,
jemand der sich nach links bewegt, kehrt (oder blickt) zurück oder kommt entgegen.
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Der Eindruck verstärkt sich, je näher die Figur an den Rändern der Fläche platziert ist,
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wobei es einen Unterschied macht, ob es sich um den Rand aus Bewegungsrichtung oder den gegenüberliegenden Rand handelt.
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Die vertikale Platzierung ruft ebenfalls bestimmte Empfindungen hervor. Ein Objekt in der oberen linken Ecke wirkt leicht, dasselbe Objekt unten rechts wirkt schwerer aber auch stabiler.
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Linien

Schon in regelmäßig aufeinander folgenden Objekten, wie z. B. Buchstabenreihen, erkennt unser Gehirn eine Linie.
Waagerechte Linien verbinden wir mit Weite, da der Horizont assoziiert wird. Senkrechte Linien  dagegen trennen und teilen eine Fläche.

Die Diagonale steht für Dynamik. Nach unseren Lesegewohnheiten scheint die Diagonale von links unten nach rechts oben zu steigen. Umgekehrt, von links oben nach rechts unten scheint sie zu fallen.
Mit Linien kann der Blick auf besondere Objekte geführt werden. Dabei müssen die Linien nicht unbedingt tatsächlich oder vollständig vorhanden sein, im Gegenteil, gedachte Linien erzeugen Spannung.

Aufteilung

Symmetrische Anordnungen empfinden wir als statisch, seriös oder sogar feierlich. Daher sind Altare oft symmetrisch aufgebaut.
Asymmetrie wirkt lebendiger und naturgemäßer.

In fast allen Stilepochen wird der goldene Schnitt als besonders harmonische asymmetrische Aufteilung verwendet. Er taucht in der Natur, in der Botanik, im Tierreich und selbst im Aufbau des menschlichen Körpers auf, z. B. der Teil oberhalb des Bauchnabels im Verhältnis zum Teil unterhalb des Bauchnabels. Was auf diese Weise aufgeteilt ist, empfinden wir als schön.

Das Verhältnis:
der kleinere Teil verhält sich zum größeren Teil, wie der größere Teil zum Ganzen.
Geometrisch findet sich dieses Verhältnis im Pentagramm wieder.
In etwa kann man sich mit 5 : 8 behelfen.

Die meisten Menschen erkennen die Maße des goldenen Schnitts intuitiv.

Wird bei Gelegenheit fortgesetzt.
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